Die Evangelische Gemeinde Deutscher Sprache in Seoul feiert in der Regel an jedem 1. und 3. Sonntag im Monat um 17 Uhr Gottesdienst in der International Lutheran Church in Hannam-Dong.
Achtung: Einige Gottesdienste sind auch im Internationalen Katholischen Zentrum, das ca. 200 Meter vom Lutherischen Zentrum auf derselben Strassenseite Richtung Han-Fluss entfernt ist.
Die Gemeinde beteiligt sich aktiv am Gottesdienst, u.a. bei Lesungen und Gebeten. Häufig gibt es im Gottesdienst einen Musik- oder Liedvortrag. Regelmäßig feiern wir das Abendmahl.
Von Zeit zu Zeit finden besondere Gottesdienste statt.
Nach dem Gottesdienst wird eingeladen zum Kirchenkaffee.
Gäste sind herzlich willkommen!
Sommerpause vom 30.6.-20.8.08
Zeitplan:
Sonntag 01.06.08 17.00 Uhr Gottesdienst mit Taufe. Es singt Frau Anna Chung aus Argentinien
Sonntag 15.06.08 17.00 Uhr Familiengottesdienst mit Abendmahl
Sonntag 29.06.08 17.00 Uhr Gottesdienst mit Pfarrer Rhinow
Der erste Gottesdienst nach der Sommerpause findet am 24.August um 17.00 Uhr statt.
Alle Gottesdienste finden in der Internationalen Lutherischen Kirche an der Hannam-no statt.
Kindergottesdienst findet gleichzeitig zu den Gottesdiensten statt, ausgenommen beim Konfirmationsgottesdienst
Weitere Veranstaltungen
Der ökumenische Bibelkreis trifft sich alle zwei Wochen dienstags jeweils um 19.30 Uhr, letztmalig vor der Sommerpause am 03.06.08 in der evangelischen Pfarrwohnung, Italy House 404, Hannam-dong Wir besprechen den Kolosserbrief. Nachfragen bitte bei Pfr.Denker, Tel.: 765-0393.
Der ökumenische Kirchenchor trifft sich montags, jeweils um 19.30 im kath.Pfarrheim (Nachfragen unter Tel.: 010-47179502 C.Faßbender)
Dienstag, 1. April 2008
Gottesdienste
Aktuelles
Du fragst nach dem Sinn des Lebens
nach Ursprung, Mitte und Ziel:
So mancher fragte vergebens,
weil er fragend sich selbst gefiel.
Nur denen wird Sinn sich erschließen,
die dem Eigen-sinn ganz entsagt,
die den Spiegel des Ich verließen,
die nach Gottes Willen gefragt.
Lindolfo Weingärtner, Brasilien
Kontakt: Gemeindekirchenrat - Lageplan
Ursula Daiber 796-1146
Michael Menke 422-3511 - Claudia Schmitz 7484-113
Ralf Sonntag 749-7753 -Ken Schönberg 010-5028-7476
Pfarrer Dr.Jürgen Denker 795-0393
el.Post: juergen.denker@web.de; egds.seoul@web.de
Hier finden Sie Pfarrwohnung und Kirche:
Tägliche Bibellese
Mit der Bibel durch die Woche 25.05.-31.05.08
Wochenspruch: Christus spricht: Wer euch hört, der hört mich, und wer euch verachtet, der verachtet mich (Lukas 10,16).
Sonntag 25.05.08 - Lied 221: Das sollt ihr, Jesu Jünger, nie vergessen
Psalm 133
Dieser Weisheitspsalm preist das einträchtige Zusammenleben der Brüder einer Familie, wie es im Alten Orient üblich war. Die Trennung von Abraham und Lot, Jakob und Esau war darum ein außergewöhnliches und bedauerliches Geschehen. Die Schönheit und Lieblichkeit dieses Zusammenlebens wird mit drei Bildern verglichen: mit dem Öl auf dem Haupt des Mannes, mit dem Bart des Priesters Aaron und mit dem Tau der Berge. Dieser Eintracht zwischen Brüdern ist Leben und Segen verheißen. Die christliche Gemeinde wird heute dieses brüderliche Zusammenleben als Eintracht in der Gemeinde verstehen Im Lied 221 wurde der Textteil „wie Brüder“ durch „in Frieden“ ersetzt. Das mag wohl sinngemäß sein, läßt aber die Beziehung zu Psalm 133 nicht mehr erkennen.
Montag 26.05.08 - Lied 246: Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ
1.Korinther 3,1-4
Als Paulus in Korinth war, war er der unumstrittene Leiter der Gemeinde. Mit seinem Weggang war plötzlich keine Leitung mehr da. So versuchte sich jeder mit seinen Ideen hervorzutun, wobei er sich auf den berief, von dem er getauft worden war: „Ich bin apollisch“. Das entspricht den Intrigen und Machtkämpfen in der menschlichen Gesellschaft. Solcher Zank ist Ausfluß irdisch-menschlicher Weisheit (Jak.3,15). Als Pfarrer wünsche ich mir, so wie Paulus, es könne anders in der Kirche zugehen. Dazu bedarf es freilich eines gemeinsamen Weges und Zieles.
Dienstag 27.05.08 - Lied 245: Preis, Lob und Dank sei Gott dem Herren
1.Korinther 3,5-8
Paulus hebt die gemeinsame Arbeit der verschiedenen Missionare hervor, um damit den Korinthern zu zeigen, daß es die gemeinsame Missionsarbeit ist, in der die Verschiedenheiten überwunden werden. Die Mission ist Gottes Mission, an der die Missionare Anteil haben. Es mag sein, daß Apollo, aus der Universitätsstadt Alexandrien kommend (Apostelgeschichte 18,24), besonderes Gewicht auf Weisheit gelegt hat. Seine Weisheit und die des Paulus führen jedoch nicht zum Zank, weil sie sich der Mission Gottes einordnen. Diese Weisheit ist darum eine solche, die von oben herab kommt (Jak. 3,15).
Mittwoch 28.05.08 - Lied 252: Jesu, der du bist alleine
1.Korinther 3,9-17
Auf dem Bekenntnis zu Christus gründet sich alle Verkündigung. Die Art der Verkündigung kann dann verschieden sein (12). Einige Korinther werden Paulus später den Vorwurf machen, er sei ein schlechter Prediger (2.Kor.10,10). Für Paulus sind die Grundlegung in Christus und der dauerhafte Bestand der Gemeinden entscheidend. Paulus ist stets in Sorge um seine Gemeinden (z.B.1.Thess.3,5). Gemeinden zu gründen ist seine Aufgabe; dafür wird er einmal vor Gottes Thron Rechenschaft ablegen müssen (14), genauso wie die anderen Missionare. In dem Vergleich mit einem Tempel, der ja stets als Wohnung Gottes gedacht wird, versichert Paulus den Korinthern, daß Gott unter ihnen ist. Diese Gegenwart Gottes sollen sie durch ihren Zank nicht aufs Spiel setzen. Tempel sind besonders dauerhafte Gebäude. Sie stehen unter dem Schutz der jeweiligen Gottheit. Sie zu zerstören, ist ein besonders schlimmes Vergehen. Zank gefährdet den Bestand der Gemeinde, also des Tempels Gottes. Man sieht, wie intensiv Paulus die Streitigkeiten in der Gemeinde bekämpft.
Donnerstag 29.05.08 - Lied 423: Herr, höre, Herr erhöre
1.Korinther 3,18-23
Paulus faßt zusammen: Die Streitigkeiten sind als Ausfluß menschlicher Weisheit. Weil es auf die Weisheit ankommt, die von oben kommt, gilt es, sich in den Entscheidungen, die das Leben der Gemeinde und ihrer Glieder betreffen, auf das Bild Christi zu gründen (siehe 3,11), und damit auf die Weisheit Gottes (siehe 1,18-25). Paulus tut dies z.B. im Streit um den Genuß von Fleisch, das den andern Göttern geopfert wurde (8,11). Die Berufung auf Lehrautoritäten, wie Petrus oder Apollo es tun, ist dementsprechend nichtig (siehe 3,4).
Freitag 30.05.08 - Lied 391: Jesu, geh voran
1.Korinther 4.1-13
Die Berufung auf die Person, von der jemand getauft wurde, hat wohl zur Kritik an anderen Missionaren geführt. Paulus verwahrt sich gegen solche Urteile (1-5). Da er seinen Auftrag von Gott hat, ist er allein ihm Rechenschaft schuldig, nicht den Korinthern. Ihr Richtgeist führt sie zu Selbstüberhebung und Gruppeneitelkeit. Paulus holt sie auf den Boden der Tatsachen zurück. Alles, was sie vermögen und erkennen, kommt doch nicht aus ihnen, sondern ist Gabe Gottes. Sarkastisch stellt Paulus den Stolz der Korinther auf ihre Erkenntnis und Geistesgaben der Kargheit und Entbehrung der missionarischen Existenz gegenüber. Unausgesprochen stellt er damit die Frage, welche Art, den Glauben zu leben, wohl eher dem Bild Christi entspricht. Der 2. Korintherbrief (10-13) zeigt, daß diese Auseinandersetzung zwischen Paulus und verschiedenen Gruppen in Korinth noch an Heftigkeit zunehmen wird. Nicht weniger spannungsreich ist heute vielfach das Verhältnis von Gemeindegliedern und ihrem Pfarrer.
Samstag 31.05.08 - Lied 650: Liebe ist nicht nur ein Wort
1.Korinther 4,14-21
Trotz seiner sarkastischen Worte findet Paulus am Ende seiner Bemerkungen über die Streitigkeiten in Korinth wieder zu herzlichen Worten zurück. Wie sehr sich Paulus um die Gemeinde sorgt, wie sehr er sie liebt, zeigt er mit der Wahl des Wortes „Vater“ an. Die Innigkeit seines Verhältnisses zu den Korinthern belegt auch der Gegensatz zu den Zuchtmeistern, also Lehrern, die meist Sklaven waren. Daß Paulus um ein gutes Verhältnis zu den Korinthern bemüht ist, soll der Besuch des Timotheus zeigen wie auch die Ankündigung eines Besuches des Apostels selbst. So sind die Worte des Apostels von Festigkeit in der Sache und menschlicher Zuwendung zu den Korinthern geprägt.
Dr.Jürgen Denker
Mit der Bibel durch die Woche 18.05.08-24.05-08
Wochenspruch: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth, alle Land sind seiner Ehre voll (Jesaja 6,3).
Sonntag 18.05.08 - Lied 602: Vergiß nicht zu danken dem ewigen Herrn
Psalm 145
Der Psalm ist ein alphabetischer Psalm. Die Versanfänge sind nach dem hebräischen Alphabet angeordnet, wie in Psalm 111;119. Nach einer persönlichen Selbstverpflichtung zum Lobe Gottes (1-2) fordert der Sänger zum ewigen Preis Gottes auf, zunächst die Menschen in der Generationenfolge (3-7), dann die Gottesdienstgemeinde (10-13), die beiden wichtigsten Lebensbezüge, in denen der Glaube weitergegeben wird. Die Verse 8-9 geben Grund und Inhalt des Gotteslobes an. Die Güte Gottes zeigt sich in seinem Beistand für die Gefallenen und Niedergeschlagenen (14) sowie für die Hungernden (15-16) und schließlich im Hören auf die Gebete der Gottesfürchtigen (18-19). Mit Vers 21 kehrt der Psalm zu dem Bekenntnis vom Anfang zurück.
Montag 19.05.08 - Lied 288: Nun jauchzt dem Herren alle Welt
1 Korinther 1,1-9
Der Eingang (1-3) enthält, wie bei Paulus üblich, die Absenderangabe, den Adressaten und den Gruß. Paulus legt auf die Heiligung der Korinther Wert, weil er in diesem Brief auf eine Reihe von Verhaltensregeln eingeht, z.B. in Kapitel 7. Das Gemeindeleben wurde von einer Vielzahl von Gemeindegliedern gestaltet. Kapitel 12 und 14 sprechen von den Gaben, die in der Gemeinde vorhanden sind. Auch wenn eine solche Fülle von Mitarbeitern Probleme in der Zusammenarbeit und der Wertschätzung der einzelnen Dienste mit sich bringt, so dankt doch Paulus zunächst für einen solchen Reichtum. Und auch heute ist jeder Pfarrer dankbar, wenn viele Menschen sich mit ihren Gaben in der Gemeinde einsetzen.
Dienstag 20.05.08 - Lied 251: Herz und Herz vereint zusammen
1.Korinther 1,10-17
Nach dem Weggang des Paulus in Korinth gab es niemanden, der genügend Autorität hatte, die Gemeinde zu leiten. So entstanden Streitigkeiten. Davon haben dem Paulus die Leute der Chloe, wohl einfache Leute, berichtet. Sie haben unter dem Streit gelitten. Jeder berief sich für seinen Anspruch auf Autorität auf die Person, von der er getauft worden war: auf Petrus (Kephas), Apollo oder Paulus. Die angebliche Berufung auf Christus ist wohl eine ironische Bemerkung des Paulus, mit der er den Unsinn solcher Machtkämpfe hervorhebt, zudem die folgenden Ausführungen einleitet.
Mittwoch 21.05.08 - Lied 271: Wie herrlich gibst du, Herr, dich zu erkennen
1.Korinther 1,18-25
Paulus betont, daß in der Gemeinde Jesu alle Erkenntnis und Weisheit der Christusverkündigung dienen soll. Darum verfehlen die Machtkämpfe in der Gemeinde, in denen man sich auf die von dem jeweiligen Täufer vermittelte Erkenntnis beruft, den Auftrag der Gemeinde. Schon Jesus hatte ja gesagt, daß er zum Dienst gekommen sei und sein Leben für die Menschen gebe. Für die Juden ist die Verkündigung von der Heilsbedeutung des Todes Jesu ein Ärgernis, weil Jesus nach den Normen des Gesetzes als Verfluchter gestorben ist (5.Mose 21,22.23). Für die Griechen ist diese Verkündigung eine Torheit, weil das Leiden des Gottessohnes die Gottheit selber leugnet: Ein Gott kann nicht leiden. Für Paulus gibt es keine freie, nur sich selbst verpflichtete Vernunft. Sie kann dann ihre Bestimmung erfüllen, wenn sie an Gott gebunden ist. Das heißt nicht, daß man auf alle Vernünftigkeit verzichten und so allen möglichen Unsinn verzapfen könnte. Vielmehr erkennt und bestaunt die in Gott gebundene Vernunft das Handeln Gottes im Kreuz Jesu.
Donnerstag 22.05.08 - Lied 253: Ich glaube, daß die Heiligen im Geist Gemeinschaft haben
1.Korinther 1,26-31
Gottes Handeln ist anders als es die menschliche Vernunft erwartet. Gott erwählt sich den, der am Kreuz einen schimpflichen Tod gestorben ist. Dieser Andersartigkeit des Handelns und der Berufung Gottes entspricht die soziale Zusammensetzung der Gemeinde. Es gibt nicht viele Reiche, Weise und Einflußreiche. Wir kennen freilich einige von ihnen mit Namen: Stephanas, Gajus, Krispus. Sie alle stehen einer Hausgemeinschaft vor. Möglicherweise sind gerade sie es, die in den Streitigkeiten das Wort führen. In der Mehrzahl freilich besteht die Gemeinde, die wohl mindestens 40 Glieder hatte, aus Menschen eines geringen sozialen Standes.
Freitag 23.05.08 - Lied 199: Gott hat das erste Wort
1. Korinther 2,1-5
Auch das Wirken des Paulus entspricht der Andersartigkeit des göttlichen Handelns. Nicht auf den Prediger kommt es an, sondern darauf, ob die Verkündigung zu dem gekreuzigten Jesus hinführt. Rednerkunst und Denken sind diesem Ziel untergeordnet. Dies gilt für Paulus wie für diejenigen, die mit ihren sprachlichen und intellektuellen Fähigkeiten die Diskussionen in der Gemeinde beherrschen. Weil es nicht um Selbstdarstellung geht, sondern um Gottes Handeln im Kreuz Jesu, darum ist die Wirksamkeit der Verkündigung vom Heiligen Geist abhängig (v5).
Samstag 24.05.08 - Lied 482: Der Mond ist aufgegangen (Strophen 3-6)
1.Korinther 2,6-16
Paulus stellt göttliche und menschliche Weisheit gegenüber. Die Korinther folgen der menschlichen Weisheit, wenn sie sich in ihrem Streben nach Geltung und Selbstverwirklichung sich der Gepflogenheiten und Regeln der Gesellschaft bedienen, der sich doch auch die bedient hatten, die Jesus gekreuzigt haben. Die Korinther erkennen nicht den tieferen Sinn der Machtlosigkeit Gottes, nämlich gerade so den Menschen und der Welt Heil zu geben. Zum Bekenntnis zu Gott gehört es, der Hingabe des gekreuzigten Jesus nachzufolgen. Darum ist die Weisheit der Christen ganz anders als die menschliche Weisheit, darum bedarf es einer Erkenntnis, die durch den Geist gegeben wird.
Dr.Jürgen Denker
Unser Pfarrer-Ehepaar

Dr. Jürgen Denker und Ok-Hi Park-Denker
Meine Frau ist am 25.3.1939 auf der Insel Aphaedo geboren, hat den Koreakrieg miterlebt und wäre in seinem Gefolge beinahe an einer Tuberkulose und der Knappheit von Penizilin gestorben, hätte ihr nicht ein christliches Krankenhaus in Mokpo geholfen. 1964 ist sie als Krankenpflegeschülerin nach Deutschland gekommen und hat nach einer Ausbildung in Bad Liebenzell als Missionarin unter den Koreanern, vor allem koreanischen Krankenschwestern, in der Bundesrepublik gewirkt. Sie hat Gemeinden in Stuttgart und Wuppertal gegründet, in den letzten beiden Jahren eine kleine Gemeinde in Ulm aufgebaut. Dort wurde sie am 12.8.2007 verabschiedet. Für ihre Arbeit hat meine Frau im Jahr 2000 das Bundesverdienstkreuz erhalten. Ihre Verwandtschaft lebt heute in Seoul und Umgebung.
Predigten
Im folgenden werden eine Predigt z1.Kor 16,1-4 auf deutsch und eine Predigt in koreanischer Sprache über Galater 5,1 zur Reformation wiedergegeben.
A. 1.Korinther 16,1-4
Liebe Gemeinde!
Titius Justus runzelte die Stirn. Schon wieder hatte seine Frau ihn ermahnt, auch ja etwas in die Kollektendose zu tun. An jedem ersten Tag der Woche, am Tag nach dem Sabbat, dem Sonntag und dem Tag der Auferstehung, sollten sie etwas in die häusliche Kollektendose hineinwerfen. „Jeder nach seinem Vermögen!“ hatte Paulus gesagt. Seine Frau war ganz begeistert, den Glaubensgeschwistern in Jerusalem, den Heiligen, helfen zu können. Von dort war doch alles hergekommen. In Jerusalem war Jesus gestorben, zur Erlösung für sie, in Jerusalem war er vom Tode auferstanden, hatte den Tod überwunden. Neben der Synagoge hatten sie ihr Geschäft, oft waren sie in der Synagoge gewesen, obwohl sie selber keine Juden waren. Aber die jüdische Religion, die ja in der Synagoge nebenan bekannt wurde, hatte sie fasziniert. Nur ein Gott statt der vielen, die Gebote, die dem Leben Orientierung gaben, die dramatischen Gottesdienste, in denen die heiligen Texte wie ein Mysterienspiel aufgeführt wurden, wie ein heiliges Theater. Das alles hatte sie angezogen. Nur eines hatte sie ein wenig traurig gemacht. Sie hatten nie richtig dazu gehören können. Sie waren eben keine geborenen Juden. Und wenn sich Justus hätte beschneiden lassen, dann wäre er immer noch nicht als vollwertig anerkannt worden. Und dann war da dieser Paulus gekommen und hatte von Jesus von Nazareth erzählt, für den nicht die Geburt, sondern allein der Glaube zählte. Für Titius und seine Frau hatte sich der Himmel aufgetan. Es war, als ob sie selber, aus dem Grab der Minderwertigkeit auferstanden, zu einem neuen Leben ge-kommen seien. Nicht mehr in zweiter Reihe, sondern vollwertig zum Volk Gottes gehören, zu denen, die den Himmel erben sollten – ihr Herz war so froh und dankbar geworden. „Dank sei dir, o Herr“ – „Amen“, so hatte Titius vor Ergriffenheit laut in den Saal gerufen, als Paulus redete. Und dann hatten sie das Lied gesungen, das ihnen aus dem Herzen sprach: „Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält“. Ach ja, Titius erinnerte sich. Er konnte ja verstehen, daß seine Frau so begeistert war. Er war es ja eigentlich auch. Und daß sie nun den Glaubensge-schwistern in Jerusalem helfen sollten, das war ja auch recht. Schließlich hatten sie dort in Jerusalem eine lange Dürre und nachfolgende Hungerkatastrophe gehabt, von der sich die Region erst noch erholen mußte. Und allzu viel konnten die Heiligen in Jerusalem von ihren Landsleuten ja nicht erwarten. Man schaute sie schief an, weil sie jenen Jesus verehrten, der doch als Verbrecher hingerichtet worden war. Und als dann noch in Jerusalem ruchbar wurde, daß zu eben diesen Christusanhängern auch ein sogenannter Paulus gehörte, der sich mit Heiden an einen Tisch setzte und die Mahlfreier hielt, der neue Synagogen der Christusgläubigen gründete und so die jüdischen Synagogen im weiten römischen Reich spaltete, da war die Situation doppelt schwierig geworden. Den Johannes hatte Herodes Antipas dann ja töten lassen, nur um der Menge in Jerusalem einen Gefallen zu tun. Nein, unterstützen sollte man die Gemeinde in Jerusalem schon. Aber die Frau drängte so sehr darauf, nun regelmäßig jeden Sonntag etwas zurückzulegen. Und sie mußten doch auch etwas für sich zurücklegen. Die Geschäfte gingen nicht immer so gut. Es gab doch auch Flauten, in denen sie nichts übrig hatten. „Ich muß anschaffen, und sie gibt aus!“ Schon wieder rief die Frau von der Feuersteile. Mißmutig kramte Justus in seinen Taschen. Das Klirren der Münze in der Kollektendose war gut zu hören. „Hast du wieder nur 50 Cent gegeben!“, rief seine Frau. Tu noch einen Euro dazu. Denke daran: „Wer kärglich sät, der wird auch kärglich ernten, und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen“. Titius lachte in sich hinein und warf eine weitere Münze in die Dose. Jetzt fing seine Frau sogar an, die Bibel auswendig herzusagen, um ihm das Geld aus der Tasche zu kitzeln.
Am Abend gingen sie beide zur Versammlung, die im Haus des Gajus stattfand. War es ein Zufall oder hatte seien Frau es dem Gajus gesteckt? Jedenfalls wurde wieder einmal die Stelle aus dem Brief des Paulus verlesen, wo es hieß, jeder solle nach seinem Gutdünken am ersten Tag der Woche etwas zurücklegen, für die Kollekte, die Paulus veranstaltete. Paulus schien Angst zu haben, daß nicht genügend zusammenkomme, wenn sie erst dann mit der Sammlung begännen, wenn er selber nach Korinth komme. Es sollte wohl eine beträchtliche Spende sein, die er da mitnehmen wollte. Titius erinnerte sich: Als sie noch in die Synagoge der altgläubigen Juden gegangen waren, da hatte es auch immer wieder Sammlungen für Jerusalem gegeben. Es war die Tempelsteuer gewesen, die von den Juden eingefordert wurde. Überall im römischen Reich waren die Juden per Gesetz dazu verpflichtet, ihre Kirchensteuer zu zahlen. Die Synagogen organisierten das. Und die Juden zahlten. Wenn sie es nicht taten, kam der römische Staat und verlanget mehr Abgaben von ihnen. Titius war zwar Sympathisant gewesen, aber eben nicht Jude, und darum gehörte er auch nicht zum Kreis derer, die die Tempelsteuer zahlten. Ob Paulus nun auch so etwas machen wollte? Justus dachte an die Anfeindungen der Christusgläubigen in Jerusalem vonseiten der jüdischen Behörden und an den Argwohn gegenüber der Mission des Paulus. Wollte der Apostel sich etwa Duldung und Ansehen mit einer besonders großen Gabe erkaufen?
Draußen vor dem Haus des Gajus trat er zu Aquila. Der hatte früher hier in Korinth gewohnt, machte nun einen Besuch und war besonders eng mit Paulus befreundet. Er war schon vor Paulus als Christusgläubiger nach Korinth gekommen. Er war ein gebürtiger Jude und würde darum die Motive des Paulus gut kennen. Aquila erzählte von dem Missionstreffen in Jerusalem, vor etwa 5 Jahren. Damals hatte man darüber diskutiert, ob denn überhaupt Menschen aus allen Völkern als vollwertige Glieder des Volkes Gottes angesehen werden durften oder ob das nur geborene Juden sein durften und solche, die sich beschneiden ließen. Und dann war man übereingekommen, daß Paulus sich darum kümmern sollte, Nichtjuden, Heiden, zum Glauben an Christus zu bringen, während die anderen sich um die Menschen jüdischer Herkunft bemühen sollten. Und zum Zeichen der Verbundenheit sollte Paulus eine Kollekte unter den Christusgläubigen heidnischer Herkunft veranstalten und diese Spende nach Jerusalem schicken. „Wir zu den Juden und daß wir der Armen gedächten“, so hatte Paulus die Absprache auf den Punkt gebracht.
„Ach, und wir sollen spenden, damit Paulus kirchenpolitische Absprachen erfüllen kann? Ich dachte immer, das Geld solle den Armen zu Jerusalem zugute kommen! Da weiß ich ja gar nicht, ob unser Geld denn überhaupt zu den richtigen Leuten kommt. Vielleicht fließt es dann nur in irgendwelche dunklen Kanäle“, meinte Titius mißtrauisch. „Du kannst dich beruhigen“, sagte Aquila. „Es sollen Leute von uns, bewährte Gemeindeglieder, ausgewählt von uns, nach Jerusalem reisen, die Liebesgabe übergeben und so persönliche Kontakte knüpfen. Da kannst du sicher sein, daß die Spenden and en richtigen Mann und an die Gemeinde kommen. So handhaben es alle Gemeinden, etwa die in Galatien, von denen wir heute gehört haben. Und so wird es auch in Zukunft sein“. Aquila wußte nicht, wie wahr seine Worte waren. Selbst 1000 Jahre später würde es so sein, daß Menschen zu den Partnergemeinden in Europe und Übersee reisen und dort ihre Liebesgaben überreichen, zum Zeichen der Gemeinsamkeit im Glauben.
„Aber ich will dir auch den Hauptgrund sagen“, fuhr Aquila fort. „Er ist zumindest der Hauptgrund für Paulus, aber wohl auch für die anderen Missionare, Apostel, wie die meistens sagen. Du weißt doch, wie sehr die Sammlung Israels Jesus am Herzen gelegen hat – und eben auch den Zwölfen. Sie waren das Zeichen für diese Hoffnung, daß sich ganz Israel, die zwölf Stämme, wieder seinem Gott zuwenden würde. Diese Hoffnung hat sich ja nicht so bald erfüllt. Der Widerstand unter den Juden gegen die Christusbotschaft ist groß. Du hast es ja selbst erlebt. Und nun haben die Apostel erlebt, wie Gott immer mehr Nichtjuden berufen hat – durch den heiligen Geist. Du weißt von dem römischen Hauptmann, zu dem Petrus gekommen ist. Und da ist Paulus darauf aufmerksam geworden, daß Gott sich ja sein Volk auch aus den Heiden sammeln will. Bei dem Propheten Jesaja stieß er auf die Stelle, die da sagt: „ Zur letzten Zeit wird der Berg, da des Herrn Haus ist – also der Zion in Jerusalem – fest stehen …, und alle Heiden werden herzulaufen … und sagen: Kommt laßt uns auf den Berg des Herrn gehen …, daß er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen. Denn vom Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem“. Und ein wenig weiter heißt es dann, daß die Völker ihre Gaben und Schätze zum Zion bringen, etwa: „Aus Saba werden alle kommen, Gold und Weihrauch bringen und des Herrin Lob verkünden“. Und das geschieht doch, da die Heiden Zugang zu Gott finden; natürlich können sie nicht alle zum Zionsberg kommen, aber sie finden doch zum Glauben an Jesus, dem Wort Gottes. Er ist es, von dem Weisung ausgeht für dein und für mein Leben. Und dann ist es doch nur angebracht, daß wir nun auch unsere Gaben bringen. So kommen wir selbst zum Zion. So hat Gott seinen Willen durch die Propheten angekündigt. Mit unseren Sammlungen kommen wir dem Willen Gottes nach: Die Fülle der Nichtgläubigen soll zu ihm, zum Glauben finden“.
„Hast du schon einmal darüber nachgedacht, warum Paulus nur so kurz in unserer Stadt gewesen ist, keine drei Jahre. Und in dieser Zeit ist eine Gemeinde hier entstanden, gewachsen, trotz aller Kämpfe und Mißverständnisse. Wie verrückt reist Paulus durch die Welt, gründet hier Gemeinden, dort, schreibt Briefe, sendet Boten – rastlos ist er. Anstatt sich gemütlich an einem Ort niederzulassen! Und – ich verrate dir ein Geheimnis – nach Rom will er auch noch, ja sogar nach Spanien und überall dort Gemeinden gründen. Und das, weil er eine Vision hat. Eine kühne Vision. Eine Vision geboren aus glühender Liebe zu seinem Volk der Juden. Einen Apostaten, einen Abtrünnigen, nennen sie ihn. Weit gefehlt. Manchmal denke ich, es gebe keinen größeren Nationalisten als ihn. Er will, daß die Fülle der Heiden zum Glauben an den Vater Jesu findet, und dann, so denkt er, werden auch die Juden – vielleicht in einer Art von Neid oder Ehrgeiz – zu Jesus finden und damit zurück zu Gott. Und dann würde sein Volk das Ziel seiner Geschichte erreicht haben und eingehen in die Ruhe Gottes. Ach, er brennt ja vor Leidenschaft um sein Volk. Und darum möchte er die Gabe bringen, eine möglichst reiche Gabe, damit sein Volk vom Glauben der Heiden überwältigt werde und seinen Herrn finde. Und wäre das nicht wunderbar, wenn von Jerusalem aus die Boten ausgin-gen und dann der Segen des Glaubens zurückkäme, auf daß auch Jerusalem zum Glauben finde?“ Aquila hatte sich in Begeisterung geredet. Er wußte nicht, wie groß die Aufgabe sein würde. Wie unendlich groß die Erde in Wirklichkeit, wie unendlich weit die Heidenwelt. Aber es würde immer wieder so sein, daß Menschen auszogen das Reich Gottes bis an die Enden der Erde zu tragen, daß der Segen ihrer Arbeit zurückkommen würde, daß 100 Jahre nach der Aussendung von Missionaren nach Brasilien, Tansania und Papua-Neuguinea nun von dort Brüder kommen würden, um mit ihren Gaben im Land der früheren Boten zu wirken. Brüderschaft über Grenzen und Nationen hinweg sollte diese Vision des Paulus schaffen – über Jahrhunderte hin.
„ Es ist seltsam, welchen Umweg Gott geht“, meinte Titius. „Er erwählt sich, was von den Juden gering geschätzt wird, um sie so zu sich zu führen. Er geht einen Weg, als wende er sich von seinem Volk ab und will es doch gewinnen“.
„Ja“, meinte Aquila. „So hat er auch mit Jesus gehandelt. Er hat ihn in den Tod geschickt – und hat doch so den Tod überwunden. Ich fürchte ja, daß auch Paulus den Tod in Jerusalem findet, nach all den bösen Worten über ihn. Ich weiß nicht, ob er nach Jerusalem gehen soll, selbst mit dieser Kollekte. Auf der anderen Seite, wenn seine Kollekte in Jerusalem angenommen werden würde und er dann nach Rom reisen würde – das wäre ein ausgezeichneter Start für seine Mission im Westen“.
Zum dritten Mal war Aquila zum Propheten geworden. Tatsächlich hat Paulus die Kollekte nach Jerusalem gebracht. Doch nur durch das Einschreiten römischer Soldaten wurde er davor bewahrt, in Jerusalem gelyncht zu werden. Und so gelangte er doch noch nach Rom, wenn auch ganz anders, als er geplant hatte. Und wenn er auch unter Hausarrest stand, so konnte er doch dort das Evangelium predigen, so wie seinerzeit auf dem Aposteltreffen beschlossen. Gott hatte ihn zum Apostel der Völker werden lassen. Mit Hilfe der Kollekte, die jeder am ersten Tag der Woche zurücklegen sollte, sollte die Einheit der Christus-gläubigen deutlich gemacht werden. „Wir zu den Heiden, und daß wir der Armen gedächten“. Amen
B. Galater 5,1
하나님 아버지, 예수 그리스도의 은혜와 평강이 함께하시기를 축복합니다!
갈라디아서 5:1
그리스도께서 우리로 자유케 하려고 자유를 주셨으니-
(그러므로 굳세게 서서 다시는 종의 멍에를 메지 말라.)
사랑하는 성도 여러분!
두 명의 독일학생들이 선술집에서 대화를 나누고 있었습니다. 학생들의 얘기의 주인공은 마틴 루터였고, 그가 죽었을 것이라는 소문은 전 독일을 떠들썩하게 만들었습니다. 그 당시 독일황제는 부하들로 하여금 수도자 마틴 루터를 체포하거나 죽이도록 칙령을 선포해 놓은 상태였습니다. 황제는 루터에게서 모든 법률의 보호를 박탈했습니다. 그 상황에서 루터는 흔적 없이 사라졌고 사람들은 그에게 무슨 일이 생겼는지 수수께끼 풀듯 궁금해 하고 있던 참이었습니다. 학생들 옆에는 웬 기사 복 차림의 손님이 앉아 있었는데 그들은 별로 신경 쓰지 않았습니다. 그 손님은 학생들의 대화에 조용히 귀를 기울이고만 있었습니다. 루터는 아마도 죽었을 것이라고 결론짓는 그들의 대화를 들으며 옆자리 손님은 묘한 느낌을 받았습니다. 그는 듣고 있었습니다. 사람들이 그의 죽음과 귀함을, 그의 등장이 가져다 준 희망에 대해 얘기하는 것을 들으며, 루터는 마치 자신의 무덤 앞에서 추모 사를 듣는 듯 했습니다. 그렇다고 자신을 밝히며 대화에 끼어 들을 수는 없을 터, 목숨이 위태롭게 되기에 루터는 침묵할 수밖에 없었습니다. 그 다음 날 이른 새벽 그는 말을 타고 비텐베르크(Wittenberg) 시로 향하는 여정을 계속하게 됩니다.
1521년 루터가 사는 지방의 군주, 선 제후는 루터를 기습하여 납치하는 척 가장해 그를 튀링엔(Thueringen) 주에 위치한 고성 바르트부르그(Wartburg)로 피신시켰습니다. 루터는 기사 융커(지방호족) 예르그(Joerg)라는 가명으로 그 곳에서 숨어 지내며 석 달 동안 신약성서를 독일어로 번역했습니다. 그 후 루터는 성벽의 은신처를 포기하고 그의 도움이 시급하게 필요한 비텐베르크로 가게 됩니다. 학생들은 세상으로 나온 루터를 보고 그 때 여인숙에서 보았던 바로 그 사람이 죽었을 것이라는 소문의 주인공 루터였음을 비로소 알게 됩니다.
자신의 생명에 대해 별로 염려하지 않는 루터의 담대함은 어디서 나온 것일까요?
“그리스도께서 우리로 자유케 하려고 자유를 주셨으니” .
루터는 그리스도로 인해 권력자에게 불복할 수 있었고, 학자들의 매끄러운 설득수법에 저항할 수 있었던 것입니다. 이 모든 투쟁에서 루터는 많은 것을 쟁취할 수 있었습니다. 그럼에도 불구하고 그가 쓴 마지막 어구는 “우리는 진실로 가난한 자들입니다.”라고 고백하고 있습니다. 온 세상이 다 알 정도로 유명인사가 된 그가 어떻게 이런 고백을 할 수 있었을까요? 루터는 하나님을 갈구하는 사람이었습니다. 그는 아버지의 반대를 무릅쓰고 수도자가 되기 위해 수도원으로 들어갔습니다. 그 곳에서 하나님께 가까이 할 수 있다는 소망을 품고 또한 영혼의 평화를 얻기 위해 그는 수도원으로 들어간 것입니다.
하지만 그 곳의 상황은 달랐습니다. 그가 수도원에서 들을 수 있었던 것은 하나님의 뜻에 어긋나는 자를 벌주는 심판 주 하나님이었습니다. 페스트와 전쟁이 휩쓸고 지나간 그 당시의 상황은 온갖 재앙의 시기로서 하나님이 행하시는 진노의 징표로서 충분했습니다. 여느 사람들과 마찬가지로 루터 또한 하나님을 두려워했습니다. 어떤 권세 자를 두려워하면 사람들은 보통 선물을 바침으로써 그를 만족시키려 노력합니다. 수도원에서 시편을 노래할 때 루터는 하나님은 정의롭다고 매일 듣고, 읽었습니다. 하나님이 정의롭다고 하면 하나님의 의를 거스르는 모든 것을 엄격하게 벌하실 수밖에 없을 것이라고 사람들은 생각했습니다. 신들에게 희생제물을 바치며 자비심을 구하지 않는 자들은 벌을 받는다는 믿음은 인간이 가질 수 있는 자연스러운 감정입니다. 루터 또한 자신을 희생시켰습니다. 수도원에서의 삶뿐만이 아니라 참회하고, 기도하며, 자기탐구를 통해, 그리고 또한 등에 피 멍이 들 정도로 스스로를 채찍질하며 헌신했습니다. 그럼에도 불구하고, -아니면 바로 그렇기 때문일지도 모릅니다. - 루터는 깊은 두려움에 시달리곤 했습니다. 수도원의 동료들은 루터한테 너무 소심하다고, 그리 과하게 생각하지 말라고 말했습니다. 그렇지만 하나님께 가까이 다가가고 싶어하는 사람이 하나님 문제에 대해 세심하게 생각하지 않는다는 것은 어불성설이 아닐까요? 왕을 알현하고자 할 때도 모든 규칙과 규범을 세심히 지켜야 되는데, 하물며 하나님일 경우 너무나 당연하지 않겠습니까! 그렇기 때문에 루터는 자신의 영혼을 면밀히 들여다보았으며, 자신이 왜 이러저러한 것을 원하는지, 행하는지 그 이유를 캐물었습니다. 그 과정에서 그가 발견한 것은 놀랍게도 항상 자기 자신이 중심에 서있다는 사실이었습니다. 그는 자신의 평안을 얻기 위해 하나님께 가까이 하기를 원했던 것이었고 하나님의 마음에 들고자 하는 것 또한 하나님의 징계를 두려워했기 때문이었습니다. 루터는 1523년에 직접 작사한 찬송가에서 이 체험을 다음과 같이 묘사 했습니다;
나의 무미(無味)한 선행,
이는 주님의 은총을 저버렸으니.
자유 의지는 하나님의 심판을 증오하며,
죽어 가고 있었음을;
불안은 죽음만이 남겨진 절망으로 나를 내몰고,
지옥으로 떨어지듯 나는 침몰한다.“
두려움에서 나오는 행위는 가슴에서 우러나오는 진정한 행위가 아닙니다. 우리가 하나님을 마음 깊이 사랑함이 하나님의 뜻이 아닙니까? 허나 루터는 하나님을 향한 그러한 사랑으로부터 멀리 떨어져 있었습니다. 오늘날 많은 사람들은 하나님을 찾지 않습니다. 그들은 자기 자신의 만족을 더 중시 여깁니다. 하나님을 망각하며 살아가고 있습니다. 그러하기에 루터가 겪었던 체험들은 그들에게 생소하기만 합니다. 그럼에도 불구하고 자신들이 걸어가는 인생여정에서 삶의 의미와 목적에 대한 물음이 각자의 마음에 파고들어 오곤 합니다. 왜 사는지, 삶의 방향을 어디에 맞추어야 하는지, 어디로 향하는 인생여정인지. 루터에게 삶의 목적은 분명 했습니다: 그의 삶의 목적은 하나님께 가까이 하는 것이었습니다. 하지만 그 것은 루터에게 두렵고 위험해 보이기만 했습니다. 그러던 어느 날 눈에서 비늘이 벗어지듯 루터는 깨달았습니다. 루터의 하나님에 대한 새로운 인식은 질병의 고통이라든가 어떤 특수한 역경 속에서 얻어진 것이 아니라 성서에 대해 연구하고 묵상하던 중 얻게 된 것입니다: 하나님에 대한 그의 표상이 그릇되었다는 것을 루터는 깨달았습니다. 하나님은 인간들이 당신을 두려워하고 미래에 대한 불안 속에서 사는 것을 원치 않으십니다. 세계의 역사 속 어디에서나 사람들은 신을 두려움을 가져다 주는 한 존재로 이해해 왔습니다. 그렇기 때문에 그들은 신에게 제물을 바쳤습니다. 그 대상이 신이 아닐 경우에는 조상들이 대신 그 자리를 차지했습니다.
그러나 하나님은 당신의 아들을 보내심으로써 자신의 피조물인 인간들을 사랑하신다는 명백한 증거를 보여주셨습니다. 하나님은 당신의 심장 같은 귀한 독생자의 죽음을 허락하심으로써 인간을 향한 하나님의 무한한 사랑을 사람들이 볼 수 있도록 하셨습니다. 가장 친밀한 친구가 아니라면 누가 스스로 자신의 목숨을 내어 놓겠습니까?
루터는 의의 참뜻을 파악했습니다. 하나님의 의, 이것은 바울이 말씀 했듯 인간들의 행위의 잘잘못에 따라 벌주고 상주시는 하나님이 아니 십니다; 사람들은 오늘에 이르기까지 하나님을 이렇게 생각해 왔습니다. 사람들은 그들이 존중하고 귀히 여기는 어떤 사람이 불의의 사고를 당했을 때, 이렇게 말 합니다: “왜 하필 저 사람이 사고를 당하도록 하나님은 허락하셨는지 이해할 수가 없어. 이런 하나님을 나는 믿을 수가 없어.” 사람들은 불의의 사고를 허락하신 하나님을 믿을 수가 없습니다, 왜냐하면 이것은 그들이 생각하는 의의 개념에 부합하지 않기 때문입니다. 그러나 우리가 여기서 망각하고 있는 사실이 있습니다. 그것은 하나님 당신 자신이 죄 없는 아들의 죽음을 허락하시는 도저히 이해할 수 없는 섭리를 참고 버티어내고 계시다는 사실입니다. 그렇습니다, 의란 전혀 다른 것입니다; 하나님의 의란 인간이 하나님께 가까이 하고 하나님과 같이 살도록 하기 위해, 하나님과의 올바른 관계를 분열시키는 모든 것들을 앗아간다는 것을 뜻합니다. 어떻게 당신의 피조물인 우리를 파괴 시키려 하시겠습니까! 하나님은 당신 마음에 들도록 인간을 만드셨습니다. 성찬식에서 우리는 그것을 분명히 알 수 있습니다. 루터는 말 했습니다: “ 우리는 하나님의 진노의 발길에 이리저리 채 이는 공이 아닙니다. 하나님은 우리를 원하셨습니다. 우리는 하나님의 자녀들입니다. 우리는 무한히 존귀한 존재입니다. 왜냐하면 그리스도께서 우리를 위해 생명을 바치셨기 때문입니다.”
인간을 당신 가까이 데려오고자 하시는 이 하나님의 사랑을 위해 살고, 투쟁하고, 죽는 것은 보람된 일입니다. 그리하여 루터는 자유를 얻었고 그리스도는 그를 자유케 하였습니다. (로마서 1:16, 참조)
그가 애호하던 시편 130장을 번안한 찬송가에서 루터는 자신의 체험을 이렇게 표현하고 있습니다.
“여호와여 내가 깊은 절망 속에서 주께 부르짖나이다.
주여 내 소리를 들으시며
나의 간구하는 소리에 귀를 기울이소서.
여호와여 주께서 죄악과 불의를 감찰 하실찐대,
주여 누가 주님 앞에 머무르이까?
-주께서 죄를 사하사, 자비와 은총만이 있을지언대
헛된 것은 우리의 행함이여, 가장 선량한 삶 속에서도.
주님 앞에 뽐낼 자 아무도 없으니
주를 경외하며 주의 은혜로 모두 살리라.“-
루터의 발견은 혁명적 이었으며 오늘날까지 혁명적입니다. 신을 인간들보다 높은 위치에서 벌을 주는 존재로 인식하는 종교들에 의해 우리가 둘러싸여 있지 않습니까! 가톨릭교회도 이러한 신의 표상을 극복하지 못했습니다. 지옥의 형벌을 경감하기 위해 어떤 특별한 종교적 행위를 하는 것은 오늘 날에도 허용되고 있습니다. 예를 들어 2000년 로마 성지순례 같은 것 말입니다. 이슬람교도 마찬가지입니다. Radschab 달 (이슬람력으로 7번째 달)에 사흘 간 단식을 하면 낙원의 강물을 마시게 되리라고 이슬람교는 말합니다. Radschab 기간 중 단식하는 모든 날들에 대한 대가로 내세에서 큰 상급을 받을 수 있고 이 달에 하는 기도는 다른 때의 기도보다 70배의 응보를 받게 된다고 합니다. 성(聖) 라마단 달 (이슬람력으로 9번째 달)에 가난한 자를 위한 자선을 잊으면 단식을 한 응보로서 낙원과 지상 사이에 머무르게 됩니다. 가난한 자를 도와야 한다고 엄하게 가르치는 좋은 모습인 것 같기도 하지만, 이 또한 상급과 벌을 주는 신의 표상에 가득 차 있습니다. 힌두교나 불교에서는 현세에서 자신의 의무를 충실히 수행하지 못하면 높은 경지에 이를 수 없습니다. 그 곳에 은혜는 전혀 존재하지 않습니다. 벌을 주고 상을 주는 신의 모습을 사람들은 당연하게 생각합니다. 이것은 인간의 삶의 현실을 그대로 비추고 있습니다. : 너의 공덕만큼 너는 보답 받을 것이고, 잘못된 행위에 대해서는 벌을 받게 된다. 하지만 하나님은 그렇지 않습니다. 하나님은 인간들과는 정반대이십니다. 왜 아직까지 이러한 종교적 틀 안에 세워진 신의 뒤를 좇아 다닙니까? 하나님은 우리 인간들이 두려움 가운데서가 아닌 자유로움 속에서 행동 하기를 원하십니다. 왜 이러한 하나님께로 자유 하지 않으십니까?
루터는 교회의 지시와 권유를 따라 수도자가 되었기에 하나님 앞에서 평안을 발견한 것이 아니었고, 성서연구를 통해 평화를 얻었습니다.
루터가 벌 주시는 하나님 상에 고착되었을 때 그의 마음은 평안하지 않았습니다. 그리스도의 형상에서 하나님의 사랑을 가슴 깊이 느꼈을 때, 루터는 평안을 찾았습니다.
루터는 하나님이 자비심을 베푸시도록 의지적인 속죄행위를 하였기에 평안을 얻은 것이 아닙니다. 자신의 손을 다 비우고 주님의 선하심을 선물 받았을 때 비로소 그는 평안할 수 있었습니다. 자신의 능력에 의존했을 때 평화가 주어진 것이 아니라, 주님의 자비에 전적으로 의지했을 때, 그는 평안을 발견했습니다. 이것을 루터는 네 가지 표어로 요약 했습니다:
오직 성서만 - sola scriptura
오직 그리스도만 - solus Christus
오직 은총만 - sola gratia
오직 믿음만 - sola fide
루터는 그의 등 뒤에 계시는 하나님을 알게 되었습니다. 그 앎이 그에게 자유를 주었고 세상의 권세에 대적할 수 있는 강함을 주었습니다. 왜냐하면 그리스도께서 그를 자유케 하시고자 자유를 주셨기 때문입니다. 아멘
Mitgliedschaft und Spenden
Die Evangelische Gemeinde deutscher Sprache in Seoul ist in ihrer Organisation ein selbständiger Verein. Die Gemeinde lebt vom ideellen und finanziellen Engagement ihrer Mitglieder. Den Haushalt müssen wir selber durch Mitgliedsbeiträge, Spenden, Basare und Feste aufbringen. Nur gelegentlich, bei außergewöhnlichen Anforderungen, erhalten wir einen Zuschuss von der Evangelischen Kirche in Deutschland. Der Pfarrer lebt von seinen eigenen Einkünften, Die Gemeinde stellt ihm die Wohnung, die Evangelische Kirche in Deutschland zahlt ihm einen Betrag zur Deckung seiner Unkosten in Deutschland. Das Bestehen der Gemeinde seit 30 Jahren verdankt sie also ihren Mitgliedern und Spendern. Trotz der geringen Finanzmittel ist die Gemeinde nicht nur ihrem geistlichen, sondern immer auch ihrem diakonischen Auftrag nachgekommen, indem sie mit den Spenden soziale Projekte in Korea unterstützt hat. Sie haben in den Gemeindebriefen immer wieder davon lesen können. Allen Ihnen möchte ich ganz herzlich für ihre Bereitschaft danken, der Gemeinde die finanzielle Grundlage zu sichern, einen Beitrag zu diakonischen Aufgaben zu leisten und mit Ihrem Einsatz das Leben der Gemeinde zu gestalten. Diejenigen, die nicht Mitglied sind, möchte ich einladen, sich der Gemeinde anzuschließen.
Als Regelbeitrag für eine Familienmitgliedschaft – unabhängig von der Anzahl der eintretenden Familienmitglieder – hat die Gemeinde einen monatlichen Beitrag von 30.000 KRW festgesetzt. In besonderen Fällen kann dieser Betrag ermäßigt oder erlassen werden. Am Geld jedenfalls scheitert die Mitgliedschaft in einer christlichen Gemeinde nicht. Natürlich ist die Gemeinde jedem dankbar, der auch mehr als diesen Regelbeitrag zu zahlen bereit ist. Ein Beitrittsformular finden Sie auf den letzten Seiten unseres Gemeindebriefes.
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Geschichte der Gemeinde
30 Jahre Evangelische Gemeinde Deutscher Sprache in Korea
Der 5.Juni 1977 ist das Gründungsdatum für die evangelische Auslandsgemeinde in Seoul. Damals lebten nur wenige hundert Deutsche in Korea. Eine kleine Gruppe engagierter evangelischer Christen hatte sich zusammengetan und beschlossen, sich in einer kirchlichen Gemeinschaft zu organisieren. Nach einem Gottesdienst in der Lukaskapelle der Yonsei-Universität trafen sie sich und stellten eine erste Gemeindeordnung zusammen. Damit war eine Grundlage und Ausgangsbasis für die Gestaltung und weitere Entwicklung des Gemeindelebens geschaffen worden. Es war Pfingstzeit, und man vertraute auf die Kraft und Wirkung des Heiligen Geistes, der „die ganze Christenheit auf Erden beruft, sammelt, erleuchtet, heiligt und sie bei Jesus Christus erhält im rechten einigen Glauben“ (M.Luther).
Im folgenden Jahr 1978 bestand die Gemeinde aus 17 eingeschriebenen Mitgliedern. Mittlerweile war auch ein Kirchenraum für die Sonntagsgottesdienste gefunden worden: die International Lutheran Church (ILC). Hier kam und kommt die evangelische deutschsprachige Gemeinde bis heute zum Gottesdienst zusammen, unterbrochen in den Jahren 1999 und 2000, in denen die Hannam-Kirche Gastgeberin für die Gemeinde war.
Auf Gott vertrauen – das Leben im Ausland miteinander gestalten – Menschen in der Fremde eine geistliche Heimat geben – so läßt sich umschreiben, was sich die Gemeinde als Ziel gesetzt hat. Dabei halfen in den Jahren 77-91 vor allem die Pfarrer Böhnke, Isermeyer und Thoma, die jeweils etwa sechsmal im Jahr von Tokio nach Seoul kamen, um der Gemeinde mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
„Der Wechsel von Personen in unserer Gemeinde ist Normalität“, diese Feststellung eines Gemeindegliedes bei einer Gemeindeversammlung beschreibt trefflich die Situation vieler Auslandsgemeinde
